Tigermücke, Ochsenfrosch, Asiatische Hornisse und Co.
Obwohl sicher viele der Ansicht sind, dass es Mitte Mai zu kühl war, steigt in unseren Breitengraden die mittlere Temperatur unaufhaltsam als Folge des Klimawandels. Dies hat zur Folge, dass es Pflanzen und Tiere bei uns ganz gemütlich finden, die es vorher bei uns nicht gab. Neben dem Klima spielt dabei sicherlich auch der globale Handel eine Rolle.
Zwar gab es schon immer Wanderungen bei Tieren, so ist zum Beispiel der Feldhase und die Lerche aus der asiatischen Steppe zu uns gekommen, als das ehemals bewaldete Mitteleuropa sich durch die Landwirtschaft veränderte, doch neuerdings kommen auch Tiere zu uns, die großen Schaden anrichten können. So kann zum Beispiel die Tigermücke gefährliche Tropenkrankheiten wie Chikungunya-, Dengue-, Gelbfieber- und West-Nil-Virus übertragen und wird als weltweit gefährlichste Mückenart eingestuft. In der Rheinebene ist der Ochsenfrosch inzwischen eine echte Plage und wird bekämpft, da er alles frisst, was ihm vors Maul kommt, selbst kleine Vögel. Im Bodensee ist die Quagga-Muschel ein echtes Problem. Unter anderem verstopft sie die Leitungen unserer Trinkwasserversorgung. Sie ist auch schon in oberbayrischen Seen gesichtet worden.
Sichtung einer Asiatischen Hornisse in GerlingenEin weiterer ungebetener Zuwanderer ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax). Diese invasive Art ist etwas kleiner als unsere heimischen Hornisse und dunkler gefärbt, bedroht jedoch im Gegensatz zu dieser unsere Bienenvölker. Als Hobbyimker bereitete mir die Sichtung einer Asiatischen Hornisse auf meiner Terrasse durchaus Sorge. Sichtungen von Einzeltieren und Nestern sollten gemeldet werde. Nähere Informationen und die Möglichkeit, Sichtungen zu melden, finden sich auf der Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt (LUBW).
Ewald Bischoff