In der letzten Sitzung des Gemeinderats am 20. Mai standen zwei wichtige Themen auf der Agenda. Das erste war der Baubeschluss für ein neues Feuerwehrgerätehaus. Wie vermutlich den meisten von Ihnen bekannt ist, erfüllt das derzeitige Feuerwehrgerätehaus in vielerlei Hinsicht die Anforderungen für eine moderne Feuerwehr nicht mehr. So gibt es beispielsweise keine sanitären Anlagen für die Feuerwehrfrauen. Auch ist das Gebäude technisch sehr in die Jahre gekommen und benötigt dringend eine Renovierung.
Daher hat die Verwaltung zuerst eine Bedarfsanalyse beauftragt. Was benötigt eine moderne Feuerwehr und was fehlt dazu in Gerlingen? Daraus leitete sich eine Machbarkeitsstudie ab. Der Gedanke dahinter war die Frage, ob sich der ermittelte Mehrbedarf am aktuellen Standort durch die Ertüchtigung des alten Gebäudes realisieren lässt oder ob dort ein Neubau möglich wäre. Wäre dies nicht möglich, müsste an einem anderen Standort neu gebaut werden.
Das ausführliche Prüfungsergebnis zu den drei Varianten können Sie im Bürgerinfoportal (https://gerlingen-sitzungsdienst.komm.one) unter der Vorlage Nr. 037/2026/1 Anlage 1 nachlesen.
An dieser Stelle möchte ich kurz erläutern, was unsere Fraktion dazu bewogen hat, dem Neubau an einem neuen Standort zuzustimmen. Die Renovierung des vorhandenen Gerätehauses hätte im laufenden Betrieb erfolgen sollen. Es wären also Gebäudeteile abzureißen und neu zu bauen gewesen, während das Gerätehaus zeitgleich von der Feuerwehr genutzt werden sollte. Dabei war angedacht, die Renovierungsarbeiten in mehrere Abschnitte aufzuteilen und die Fahrzeuge variabel umzuparken. Büro und Sozialräume wären zeitweise in Containern auf dem Häckselplatz untergebracht worden. Soweit die Theorie. Aber was wäre passiert, wenn die Praxis eben doch anders ausgesehen hätte? Die Feuerwehr muss zuverlässig 24 Stunden pro Tag und 7 Tage die Woche arbeiten können und darf nicht durch Bauchaos behindert werden. Und obendrein: wo hätten wir so lange unseren Grünmüll abgegeben?
Besucht die Feuerwehr eine Gemeinderatssitzung, parken die Fahrzeuge auf dem Rathausplatz, damit die Kräfte im Alarmfall schnell ausrücken können.Hinzu kommt der Befund der Bedarfsanalyse, dass der derzeitige Standort für eine zukunftsfähige Feuerwache zu klein ist. Die Stadt Gerlingen wächst und damit wird auch die Feuerwehr weiter wachsen. Damit ist auch ein Neubau am jetzigen Standort nicht sinnvoll.
Aus diesen Gründen haben wir für einen Neubau an einem noch zu bestimmenden Standort gestimmt. Uns ist vollkommen bewusst, dass dies wieder eine Flächenversiegelung bedeutet. Wieder einmal stecken wir in dem Dilemma, einerseits so viel Natur wie möglich im Stadtgebiet zu erhalten und andererseits die Funktionsfähigkeit unseres städtischen Lebens sichern zu wollen. Hierbei möchten wir Kompromisse zugunsten der Feuerwehr eingehen, wünschen uns aber, an anderer Stelle auch einmal einem Projekt zur Flächenentsiegelung zustimmen zu können.
Der zweite wichtige Punkt war die Vorstellung des Abschlussberichts über das Kooperationskonzept zur Ganztagesförderung für Grundschulkinder. Es wurde im Verlauf des letzten Jahres von den Lehrkräften und den städtischen Betreuungskräften der Grundschulen in einem moderierten Prozess erarbeitet. Darin wurden Schlüsselbereiche ausgearbeitet, wie zum Beispiel der Übergang zwischen den städtisch organisierten Betreuungszeiten und der eigentlichen Schulzeit. Für eine qualitativ gute Ganztagesförderung sind dabei Schule und Betreuung gemeinsam zu betrachten. Dies gelingt nur, wenn zwischen allen Beteiligten eine gute Kommunikation stattfindet, wofür das erstellte Konzept einen Rahmen vorgibt. Wir bedanken uns bei der Verwaltung und allen Beteiligten für die Erarbeitung des Papiers und denken, dass dessen konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung ein wichtiger Baustein für einen gelingenden Schulalltag sein kann.
Angela Neuburger-Schäfer