Vergangenen Sommer veranstaltete unser Ortsverein eine Podiumsdiskussion zum Thema Hitzeschutz. Dabei diskutierten Fachleute aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen mit unserer Stadträtin Monja Sales Prado über die Auswirkungen von Hitze und über nötige Anpassungsmaßnahmen.
Aus dieser Podiumsdiskussion entstand ein Antrag mit dem Titel: „Hitzeschutzmaßnahmen für Gerlinger Sportstätten“, den wir vergangenen Dezember bei der Stadtverwaltung eingebracht haben. An dieser Stelle möchten wir kurz die vier Punkte des Antrags vorstellen:
1. Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt in seinem Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport die Erstellung eines Hitzekonzepts für die einzelnen Sportstätten. Ein solches möchten wir auch in Gerlingen anregen. Dabei legen wir unseren Fokus auf die beiden Sporthallen und beantragen, dass im Zuge der Erstellung eines Hitzeschutzplans Verantwortliche bestimmt werden, die beispielsweise das frühmorgendliche Lüften konsequent umsetzen. Alleine adäquates Lüften würde in den Sporthallen schon viel dazu beitragen, Sport im Sommer angenehmer zu machen.
2. Auf den Sportplätzen in den Breitwiesen sind die Zuschauertribünen und auch die Ersatzbänke Bereiche, in denen Menschen für teilweise längere Zeit der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt sind. Wir beantragen daher zu prüfen, ob es kostengünstige und flexible Möglichkeiten einer Beschattung gibt. Vorstellbar wären zum Beispiel Sonnensegel.
Die Zuschauerränge des Kunstrasenplatzes in der Breitwiesen.3. Der Kunstrasen auf dem Fußballplatz wird im Sommer durch die Absorption des Sonnenlichts unangenehm warm. Daher beantragen wir zu prüfen, ob bei starker Sonneneinstrahlung eine Wasserbesprengung zur Abkühlung der Spielfläche möglich und vertretbar ist.
4. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl der Betroffenen mit hellem Hautkrebs fast verdoppelt. Ausgelöst wird diese Erkrankung besonders durch UV-Strahlung. Eine Maßnahme zum Schutz ist die regelmäßige Verwendung von Sonnencreme. Auf den Sportplätzen ist oft das Problem, dass zwar vor Beginn des Trainings eingecremt, das ebenso wichtige Nachcremen bei längeren Aufenthalten im Freien jedoch vernachlässigt wird. Das Aufstellen eines Sonnencreme-Spenders dient deshalb der Prävention wie auch der Sensibilisierung für das Thema Sonnenschutz. Hierbei empfehlen wir, dem Vorbild der Stadt Coesfeld zu folgen und überzählige Spender von Desinfektionsmitteln weiterzuverwenden. Sollte der Sonnencreme-Spender gut angenommen werden, wären weitere Spender in der Innenstadt und an der Pumptrack sinnvoll.
ein „arbeitsloser“ Desinfektionsmittelspender, der einfach in einen Sonnencremespender umgerüstet werden kann.Zu diesem letzten Punkt werden viele von Ihnen denken, dass das Verwenden von Sonnencreme in die Eigenverantwortung eines jeden Einzelnen fallen sollte. Wer rausgeht, möge sich gefälligst eincremen. Ja, das kann man so sehen. Aber genauso gut könnte man dies über die im Stadtgebiet aufgestellten Trinkbrunnen sagen: Wer rausgeht, möge gefälligst ausreichend zu trinken mitnehmen. Unser Klima ändert sich, und wie wir es letzte Woche wieder erleben durften, nehmen die Hitzeperioden zu. Und damit ändern sich auch die Angebote, die der öffentliche Raum seinen Bürgerinnen und Bürgern bereitstellen sollte.
Wir hoffen, dass unsere Vorschläge für mehr Hitzeschutz für die Gerlinger Sportstätten die Verwaltung und den Gemeinderat überzeugen können und zeitnah umgesetzt werden.
Angela Neuburger-Schäfer