Wenn mit Beginn des Schuljahres 2027/2028 die Mensa eröffnet wird, werde ich mich sehr darüber freuen.
Ich freue mich für die Kinder und die Angestellten der Schulbetreuung, dass das Mittagessen dann in einer neuen, fröhlich gestalteten und vor allem ruhigeren Umgebung stattfinden kann. Ebenso sehr freue ich mich aber darauf, wenn mit der Fertigstellung der Mensa der Fußweg von der Straße Beim Brückentor vorbei am Treffpunkt für Jugendliche zum Kugelbrunnen wieder geöffnet sein wird.
Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, ich bin nicht gehfaul. Es hat einen anderen Grund, warum ich den Fußweg vermisse. Zu Schulzeiten sind morgens gegen halb acht vor Schulbeginn in der Innenstadt mehrere Ströme von Schulkindern unterwegs. Eine Gruppe kommt aus dem Gebiet um die Rosenstraße die Amthausstraße herunter. Diese Kinder können aktuell nicht, wie im Schulwegeplan vorgesehen, an der neuen Mensa vorbei Richtung Kugelbrunnen gehen, sondern müssen zunächst der Straße Beim Brückentor in Richtung der Kreuzung Meterstraße/Urbanstraße folgen. Ein anderer, sehr großer Strom von Schülerinnen und Schülern verläuft von der Endhaltestelle der Stadtbahn (ebenfalls anders als im Schulwegeplan vorgesehen) über die Urbanstraße und die Straße Beim Brückentor zur Realschule. Dabei treffen sich die beiden Gruppen in entgegengesetzter Richtung dort, wo es am engsten ist, nämlich im Bereich des Fahrradgeschäfts Radwerk. An sich wäre das nicht schlimm. Jedoch ist die Straße Am Brückentor um diese Zeit stark befahren. Und da auf der einen Seite der Straße geparkt wird, nutzen die sich begegnenden Autos häufig den Gehweg als Ausweichmöglichkeit. Und eben dort sind die vielen Schülerinnen und Schüler unterwegs. In der Zwischenzeit sind am Bordstein zwar alle Begrenzungspfosten wieder angebracht (vielen Dank an die Verkehrsbehörde!), aber es gibt immer wieder Autofahrende, die auch die kleinste Lücke zu nutzen versuchen.
Ist diese Engstelle gemeistert, kommt die Kreuzung Beim Brückentor/Meterstraße/Urbanstraße. Und hier herrscht vor Schulbeginn oft völliges Chaos. Manche Eltern fahren in das kleine Stück Richtung Tiefgaragenausfahrt, um ihre Kinder aussteigen zu lassen. Danach müssen sie dort wenden, um weiterfahren zu können. Somit kommen aus allen Richtungen Autos, mit denen Kinder Richtung Schulzentrum gefahren werden. Diese chaotische Situation wäre an sich egal, wären ebendort nicht zusätzlich viele Kinder Richtung Kugelbrunnen unterwegs, die diesen Kreuzungsbereich ebenfalls überqueren müssen.

Die geschilderte Situation wird in den nächsten Wochen noch gefährlicher, wenn es morgens dunkel ist und aufgrund schlechter Witterung noch mehr Autos fahren. Die Polizei war bereits vor Ort, um das Chaos zu regeln, hat aber auch anderes zu tun, als dort jeden Tag präsent zu sein.
Wie kann die Schulwegesituation in diesem Gebiet verbessert werden? Am einfachsten wäre es, wenn weniger Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht würden (Stichwort „Elterntaxi“). Eine andere Möglichkeit wäre die Einrichtung einer Schulstraße, um das Gebiet für eine kurze Zeit für den Autoverkehr zu sperren. Dies wäre unsere bevorzugte Lösung — denn nach ungefähr einer Viertelstunde vor dem Schulbeginn und nach dem Unterrichtsende ist der geschilderte Spuk wieder vorbei.
In der letzten Bürgersprechstunde vor der Gemeinderatssitzung wurde von einer Mutter gefragt, was die Stadt plant, um die im Zuge des Projekts „movers“ identifizierten Gefahrenstellen auf den Schulwegen zu entschärfen. Als Lösungsoption wurde die Umwidmung der Straße Beim Brückentor in eine Fahrradstraße genannt. Das mag für Fahrradfahrende eine gute Idee sein, für Fußgänger und Fußgängerinnen bringt es dagegen nichts.
Für viele Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule wird die Öffnung des Fußwegs zum Kugelbrunnen eine Erleichterung sein. Damit entfallen der Umweg ins Schulzentrum wie auch der Gegenverkehr mit den Schülerinnen und Schülern der Realschule.
Angela Neuburger-Schäfer