Wie geht es unserem Wald angesichts zunehmender Trockenheit und des Klimawandels? Und was macht den Waldboden so besonders? Diesen Fragen gingen wir bei unserer Waldexkursion mit Förster Simon Walz und Bodenkundlerin Julia Eisele auf den Grund.
Unser Förster gab uns einen anschaulichen und aktuellen Einblick in die Wasserversorgung der Bäume und den Zustand des Waldes. Anhand lichter Baumkronen zeigte er, wie sich Trockenstress bemerkbar macht und welche Herausforderungen die zunehmenden Trockenperioden für den Wald mit sich bringen. Gleichzeitig gab es Grund zur Zuversicht: Die gezielte Pflanzung klimaangepasster Baumarten kann helfen, den Wald für die Zukunft zu stärken. Der Gerlinger Wald ist mit seinem hohen Buchenanteil und seinem vielfältigen Mischwald dafür bereits gut aufgestellt.
Anschließend ging es unter die Oberfläche: Bodenkundlerin Julia Eisele machte den Boden wieder auf besonders anschauliche Weise erlebbar. Mit einem Blick ins Bodenprofil und dem Boden direkt in unseren Händen konnten wir entdecken, was sonst verborgen bleibt. Eine Überraschung war die nur wenige Zentimeter dünne Humusschicht. Bereits nach rund 40 Zentimetern stießen wir auf eine wasserundurchlässige Bodenschicht. Das bedeutet: Der Raum, in dem der Boden Wasser speichern kann, ist begrenzt. Auch die Wurzeln müssen sich an diese Bedingungen anpassen und wachsen vielfach eher in die Breite als in die Tiefe.
Die Einblicke machten deutlich, wie eng der Zustand des Waldes mit den Eigenschaften des Bodens und seiner Fähigkeit zur Wasserspeicherung zusammenhängt. Was unter unseren Füßen verborgen liegt, ist entscheidend dafür, wie gut die Bäume durch trockene Zeiten kommen.
Zum Abschluss ließen wir den Nachmittag bei Kaffee und Hefezopf gemütlich ausklingen. Dabei gab es noch viele Fragen und Diskussionen, die zeigten, wie sehr das Thema bewegt und wie viel es vor Ort zu entdecken gibt.
Ein herzliches Dankeschön an Simon Walz und Julia Eisele für ihre Zeit, ihr Wissen und die spannenden Einblicke! Beide haben uns den Gerlinger Wald und seinen Boden auf eindrucksvolle Weise nähergebracht. Wir nehmen viele neue Erkenntnisse und einen geschärften Blick für den wertvollen Lebensraum Wald mit nach Hause.
Karin Hauff