Was für ein Sommer! Sonne satt, Hitze inklusive.
Die Kehrseite – kein Regen. Wie wichtig Regen ist, weiß nun nicht nur der Landwirt, sondern müsste inzwischen jedem klar sein. Dass in Kanada, Kalifornien und Südeuropa regelmäßig die Wälder brennen, daran haben wir uns inzwischen leider gewöhnt. Neu ist, dass jetzt auch in Mitteleuropa, siehe Frankreich und Belgien, die Feuerwalzen sich einen Weg bahnen. Die mit der Klimaveränderung einhergehende Trockenheit hat sich langsam angekündigt, so ist in Gerlingen der Mahltrogbrunnen in der Hauptstraße versiegt und auch im Körnlesbrunnen nahe der Ringstraße wurde schon lange kein Wasser mehr gesichtet. Doch dieses Jahr war es schon sehr extrem. Kernkraftwerke, von denen bei uns zum Glück keines mehr in Betrieb ist, mussten in Frankreich, Ungarn und Rumänien wegen Kühlwasserknappheit heruntergefahren oder ganz stillgelegt werde, die Schifffahrt auf Rhein und Donau ist nur noch eingeschränkt möglich und am Bodensee watet man 100 m durch Schlamm bis man endlich im seichten Wasser steht.
Der volkswirtschaftliche Schaden durch die Trockenheit ist enorm. Ernteausfälle und zu wenig Winterfutter für die Tiere in der Landwirtschaft, sowie Lieferengpässe bei Massengütern, die auf den Wasserstraßen befördert werden, wie z. B. Treibstoff, wirken preistreibend. Und der Trend zeigt, dass solche Hitzesommer, Trockenheit und auch Starkregen zunehmen, was auch teure Schutzmaßnahmen, wie in Gerlingen z. B. den Bau eines neuen Regenwasserrückhaltebeckens, notwendig macht.
Es besteht wissenschaftlich kein Zweifel, dass der menschengemachte Klimawandel für diese Veränderung verantwortlich ist. Aber was tun die Verantwortlichen in der Regierung, um wenigstens das in ihrer Macht Stehende zu tun, um sich dem entgegenzustellen? Wenn es auch noch so geringfügig erscheinen mag, so würde etwa ein Tempolimit auf Autobahnen, wie es alle anderen Kulturnationen haben, eine Besteuerung von Kerosin, die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs für großmotorige Fahrzeuge und das Festhalten am sogenannte Verbrenneraus ab 2035 beim Kampf gegen die Klimaveränderung helfen, zu vergleichsweise geringen Kosten. Vielleicht kann der neue, aus unserem Wahlkreis Ludwigsburg stammende Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) Verantwortung übernehmen und einige der Maßnahmen zur Reduzierung des CO2 Ausstoßes im Verkehr in die Wege leiten. Wir wünschen ihm viel Erfolg dabei.
Ewald Bischoff