In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause wurde dem Gremium der Zwischenbericht für die Sanierungsstrategie für kommunale Nichtwohngebäude vorgestellt. Der Bericht ist das Ergebnis einer Studie, die vom Gemeinderat im Dezember vergangenen Jahres beauftragt wurde. Mithilfe einer externen Firma wurden umfangreiche Daten zu Heizung, Dämmung oder Energieverbräuche zu den städtischen Nichtwohngebäuden erhoben. Diese Daten wurden nun hinsichtlich der verschiedenen Aspekte wie Reduktion der CO₂-Emissionen oder altersbedingter Sanierungsbedarf analysiert und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für Fördermittel dargestellt. Den vollständigen Zwischenbericht finden Sie online im Bürgerinfoportal (https://gerlingen-sitzungsdienst.komm.one).
Abgedruckt finden Sie die Stellungnahme aus der Gemeinderatssitzung, vorgetragen von Monja Sales Prado:
„Wir begrüßen diesen Zwischenbericht ausdrücklich. Er schafft endlich eine belastbare Grundlage dafür, wie wir unseren kommunalen Gebäudebestand Schritt für Schritt sanieren und dekarbonisieren können.
Ein großer Dank geht an das Gebäudemanagement. Gerade weil die Datengrundlage teilweise lückenhaft und widersprüchlich war, war hier viel Detailarbeit nötig – von der Erfassung der Gebäudedaten bis zu den Vor-Ort-Begehungen. Das dies so akribisch angegangen wurde wissen wir sehr zu schätzen.
Die Zahlen zeigen auch klar: Wir müssen handeln. Der Bestand verursacht derzeit rund 1.478 Tonnen CO₂ pro Jahr für Wärme und Warmwasser.
Deshalb ist es richtig, jetzt nicht weiter mit einzelnen ziellosen Maßnahmen zu agieren, sondern einen Fahrplan zu entwickeln: Wo ist der größte Sanierungsbedarf? Wo können wir schnell Energie und Kosten sparen? Welche Maßnahmen lassen sich sinnvoll miteinander verbinden? Und wo können wir Fördermittel bestmöglich nutzen? Genau diese Priorisierung soll jetzt folgen.
Wichtig ist uns dabei, dass wir nicht nur auf die großen Sanierungsprojekte warten. Photovoltaik und kleinere Effizienzmaßnahmen können teilweise schnell Wirkung entfalten und sollten deshalb früh angegangen werden.
Sehr freuen wir uns außerdem, dass unser großer Wunsch, welcher durch den Antrag der SPD im Februar dieses Jahres ausformuliert wurde, auch die kommunalen Wohngebäude in die Sanierungsstrategie aufzunehmen, so schnell aufgegriffen wurde. Das ist richtig, denn Klimaschutz, Werterhalt und sozialverträgliches Wohnen müssen wir auch bei unserem eigenen Wohnungsbestand zusammen denken.
Für die weitere Umsetzung sehe ich vorrangig drei Punkte, auf die wir achten müssen:
Erstens benötigen wir ausreichende personelle Kapazitäten im Gebäudemanagement. Eine gute Strategie hilft uns nur, wenn wir die Maßnahmen anschließend auch planen und umsetzen können.
Zweitens sollten wir die Gebäudedaten künftig kontinuierlich pflegen und ein gutes Energie- und Sanierungsmonitoring aufbauen und weiter ausbauen, um langfristig schneller an die notwendigen Daten zu kommen.
Und drittens müssen Gebäudesanierung und Wärmeplanung eng zusammenpassen. Ein großer Teil unserer Gebäude hängt an der Nahwärme; entsprechend entscheidend ist deren Dekarbonisierung für das Ziel Klimaneutralität.
Auch Hitzeschutz und Klimaanpassung sind ausdrücklich Teil der Sanierungsstrategie und werden somit bei jeder größeren Maßnahme von Anfang an mitgedacht werden, was wir sehr begrüßen.
Wir unterstützen diesen Weg ausdrücklich. Jetzt gilt es, aus der guten Grundlage einen realistischen und ambitionierten Fahrplan zu machen – und dann schnell ins Machen zu kommen. Wir glauben daran, dass wir das schaffen werden.“
Björn Maier