In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause wurden die Ergebnisse des Sportstättenkonzepts vorgestellt und die weitere Vorgehensweise besprochen.
Das vollständige Konzept mit den Plänen der angesprochenen Varianten finden Sie online im Bürgerinfoportal (https://gerlingen-sitzungsdienst.komm.one).
Unserer Stellungnahme möchten wir an dieser Stelle abdrucken:
„Nach vielen Seiten Papier, Workshops, Varianten, Tabellen und Klebepunkten haben wir jetzt eine Sportstättenkonzeption – und manche Ergebnisse sind, sagen wir es vorsichtig, nicht völlig überraschend.
Der Fußball in Gerlingen benötigt mehr Platz. Und eine Sporthalle, deren Hallenteile mit anerkannten Bedarfen belegt sind, wird tatsächlich gebraucht und ist nicht abschüssig – Überraschung!
Dafür hätte es vielleicht keine Konzeption gebraucht, aber: Es ist gut, dass wir diese Dinge jetzt nicht nur gefühlt wissen, sondern fachlich untersucht und schwarz auf weiß vorliegen haben. Die Konzeption bestätigt einen zusätzlichen Kunstrasenplatz und zwei Viertelplätze oder einen halben Platz als notwendigen Bedarf. Gleichzeitig sind die beiden Hallenteile der alten Breitwiesenhalle mit anerkannten Bedarfen belegt.
Sehr froh sind wir über die im Technischen Ausschuss entwickelte Variante 1c. Sie gefällt uns wesentlich besser als die zunächst vorgeschlagene 1a. Sie sichert aus unserer Sicht eine langfristige Handlungsfähigkeit und ist gut in sinnvolle Schritte zerlegbar. Im Süden kann ein überdachter Viertel-Kunstrasenplatz ohne zusätzliche Gebäudeinfrastruktur entstehen. Im Norden sieht der Masterplan den neuen großen Kunstrasenplatz und daneben die Möglichkeit für den zweiten Viertelplatz vor. Der Plan der Variante 1c bildet genau diese Aufteilung in einen südlichen und einen nördlichen Bereich ab.
Das ist für uns der entscheidende Vorteil: Wir müssen nicht warten, bis im Norden Grundstücksfragen, Bebauungsplan, Erschließung und alles Weitere geklärt sind, bevor überhaupt etwas passiert. Wir können den ersten Viertelplatz früher angehen und gleichzeitig eine vernünftige langfristige Lösung planen. Wir hoffen, dass wir finanziell dazu in der Lage sein werden, auch den zweiten Viertelplatz im Norden zu bauen, um Nutzungskonflikte mit der KSG zu entgehen. Momentan wird dieser zweite Viertelplatz auf dem Rasen im Breitwiesenstadion abgedeckt.
Gerade weil für die Erweiterung im Norden noch Grunderwerb notwendig ist, ist diese Flexibilität wichtig.
Wir freuen uns außerdem, dass unser Antrag aus dem Jahr 2024 zur Sanierung des Kunstrasens auf der Schillerhöhe mit einer kurzfristigen Interimssanierung umgesetzt wird. Der Antrag war damals mutig, wir wollten aber, dass schnell gehandelt wird. Der FC Gerlingen hat nämlich ein akutes Platzproblem.
Ein Punkt ist uns aber noch wichtig: der informelle, nicht organisierte Sport. Soccer-Court, Calisthenics und Beachvolleyball werden in der Vorlage als Kategorie B geführt. Bei der Priorisierung im Workshop erhielten Calisthenics und Soccer-Court die meisten Punkte. Nach unserer Wahrnehmung haben an dieser Abstimmung allerdings vor allem Menschen aus dem organisierten Vereinssport teilgenommen. Das sollte man bei der Interpretation des Ergebnisses zumindest berücksichtigen. Denn wer über informellen Sport entscheidet, sollte besonders darauf hören, was diejenigen wollen, die sich außerhalb unserer Vereinsstrukturen bewegen. Und hier gibt es ein sehr klares Signal: Der Jugendgemeinderat hat das Beachvolleyballfeld ausdrücklich priorisiert. Trotzdem soll es nach dem jetzigen Vorschlag erst nach dem Soccer-Court kommen.
Ich würde dem Beachvolleyballfeld eine höhere Priorität geben, auch wenn wegen der baulichen zügigeren Fertigstellung unsere Fraktion darüber unterschiedliche Auffassungen hat. Der Soccer Court sollte aber auf jeden Fall beschattbar sein, damit wir ihn nicht bauen und er wegen der immensen Hitze auf dem Schulgelände dann im Sommer nur selten verwendet werden kann. Außerdem sollte er von der Größe so angelegt sein, dass man dort 5 gegen 5 spielen kann.
Insgesamt ist die Sportstättenkonzeption für uns aber ein wichtiger Schritt. Sie gibt uns einen langfristigen Rahmen, und mit der Variante 1c bekommen wir zugleich die nötige Flexibilität für kurzfristige Verbesserungen.
Jetzt kommt es darauf an, schnell den ersten Viertelplatz zu bauen und die Entwicklung im Norden vorzubereiten, die notwendigen Hallenkapazitäten sichern – und beim informellen Sport die Stimme der Jugendlichen ernst nehmen.“
Björn Maier