Sommerzeit ist Reisezeit und so ging es im Juli für uns auf gemeinsame BPA-Fahrt nach Berlin zu unserer Bundestagsabgeordneten Sandra Detzer.
Zwischen Informationsgesprächen, Stadtrundfahrt, Bundestag und Kanzleramt wurde schnell klar: Eine politische Bildungsreise bietet weit mehr als Programmpunkte und Gebäude. Sie bringt Politik näher, eröffnet neue Perspektiven und bietet viel Gelegenheit für Gespräche.

Im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung bekamen wir Einblicke in politische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Im Bundesministerium der Finanzen wurde deutlich, dass Politik nicht nur aus großen Reden besteht, sondern auch aus Zahlen, Entscheidungen und sehr langen Gängen voller Büros und damit aus viel Arbeit, die hinter politischen Entscheidungen steckt. Eine Stadtrundfahrt durch Berlin rundete die ersten Eindrücke ab.

Der politische Höhepunkt folgte im Deutschen Bundestag: Wir hatten das Glück, eine Plenarsitzung zu erleben, in der über das Gesundheitspaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken diskutiert wurde. Der Blick von der Besuchertribüne war besonders eindrucksvoll. Im Fernsehen wirkt eine Bundestagsdebatte oft etwas fern und steif. Aus der Nähe erschien das Geschehen eher wie ein gut choreografiertes Schauspiel: Redebeiträge, Zwischenrufe, Reaktionen und alles folgte einer eigenen Regie. Da fragt man sich unweigerlich: Komödie oder Tragödie? Wahrscheinlich ein wenig von beidem. Entscheidend ist: Es ist Demokratie. Unterschiedliche Interessen und Meinungen ringen öffentlich miteinander. Manchmal sachlich, manchmal lautstark und gelegentlich mit einer ordentlichen Portion Theater.
Abstimmung über das GKV-BeitragssatzstabilisierungsgesetzGerade deshalb war der Besuch so interessant. Politik einmal unmittelbar zu erleben, verändert den Blick auf parlamentarische Arbeit. Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt davon, dass Menschen hinschauen, Fragen stellen, diskutieren und sich einmischen.
Mein Fazit: Hingehen, hinschauen, zuhören und mitmachen. Demokratie ist schließlich keine Zuschauerveranstaltung, auch wenn man im Bundestag manchmal genau diesen Eindruck bekommen könnte.
Karin Hauff