Vor drei Jahren habe ich hier berichtet, die alte Kirschlorbeer-Hecke zu ersetzen. Damals standen dort noch kleine, etwas verloren wirkende Sträucher. Viel Geduld war gefragt und ein bisschen Vertrauen, dass aus den kleinen Pflanzen einmal eine richtige Hecke werden würde. Heute kann ich sagen: Es hat sich gelohnt.
Unsere Naturhecke mit verschiedenen heimischen Sträuchern, darunter eine Heckenrose mit ihren leuchtenden Früchten.Unsere Naturhecke ist inzwischen größer und dichter geworden, gut eingewachsen und längst ein fester Bestandteil unseres Gartens. Kornelkirsche, Weißdorn, Schlehe und weitere heimische Sträucher sind kräftig gewachsen und haben auch den vergangenen Hitzesommer erstaunlich gut überstanden. Natürlich brauchten die jungen Pflanzen in den ersten Jahren bei Trockenheit zusätzlich Wasser. Dank unseres Regenfasses konnten wir sie dabei mit Regenwasser versorgen. Insgesamt zeigt sich: Die Entscheidung für heimische Gehölze war genau richtig, denn im Garten hat sich etwas verändert. Wo früher hauptsächlich die Amseln den Kirschlorbeer als Nistplatz nutzten, herrscht heute deutlich mehr Leben. Insekten finden Blüten und Nahrung, verschiedene Vögel zwitschern in den Büschen und später im Jahr finden sie Beeren und Früchte. Auch Regenwasser findet seinen natürlichen Weg: Unter der Hecke und unversiegelten Flächen kann es versickern, statt schnell abzufließen. Ein naturnaher Garten bietet so nicht nur Pflanzen und Tieren Lebensraum, sondern hilft auch dabei, Regenwasser vor Ort zu halten. Die Hecke ist somit kein bloßer Sichtschutz, sondern ein kleines Stück lebendige Natur mitten in der Stadt.
Natürlich war das Entfernen der alten Hecke Arbeit. Und auch eine neue Hecke wächst nicht über Nacht. Aber ich würde es wieder genauso machen, denn Naturschutz beginnt für mich nicht irgendwo draußen, sondern direkt vor der eigenen Haustür. Und wer ein paar Jahre Geduld hat, kann erleben, wie aus kleinen Sträuchern ein lebendiger Lebensraum wird.
Karin Hauff