Auch wenn wir noch mitten im Sommer sind, wird es abends schon wieder spürbar früher dunkel.
Daher beschäftigen wir uns wieder mit Straßenbeleuchtungen. Dies ist ein zweischneidiges Thema. Auf der einen Seite ist eine gute Straßenbeleuchtung wichtig für die (Verkehrs-)Sicherheit. Besonders Fußgängerinnen und Fußgänger profitieren, wenn die Wege gut ausgeleuchtet sind und damit Gefahrenstellen und Hindernisse besser erkannt werden. Eine gute Beleuchtung trägt maßgeblich zur Barrierefreiheit und zu einem höheren Sicherheitsgefühl bei.
Hell beleuchtete Kreuzung an der Ditzinger StraßeAuf der anderen Seite kann diese Beleuchtung aber auch schädlich sein. Seit vielen Jahren ist Lichtverschmutzung ein großes Thema. In der Zwischenzeit ist vielfach nachgewiesen, dass permanente Beleuchtung unserer Tierwelt schadet. Besonders das Insektensterben ist erhöht, weil sie auch bei angepasster Lux-Zahl Lichtquellen anfliegen und dort oft sterben. Ein prominentes Beispiel sind auch die Glühwürmchen, die durch fremde Lichtquellen abgelenkt sind und ihre Paarungspartner nicht mehr finden. Auch der menschliche Biorhythmus kann sich durch zu viel Licht verändern. Schlafstörungen sind die Folge.
Eine Lösung für diesen Zwiespalt bietet der Einbau einer adaptiven Straßenbeleuchtung. Hier werden die einzelnen Straßenlaternen digital miteinander vernetzt. Im Ruhemodus leuchten die Straßenlaternen mit einer Intensität von nur 10 % der Leistung. Erkennen die in den Laternen eingebauten Bewegungsmelder zum Beispiel eine sich nähernde Person, erhöht sich die Lichtintensität auf 100 % der Leistung und bleibt so hell, bis keine Bewegung mehr wahrnehmbar ist.
Hell beleuchteter Kreisverkehr mit FußgängerüberwegAuch eine Anpassung der Lichtintensität auf unterschiedliche Witterungsbedingungen ist möglich. Weiterer Vorteil dieser smarten Straßenbeleuchtung ist die einfache Steuerung. Unter besonderen Umständen, wie etwa einer Veranstaltung oder einer temporären Gefahrensituation, kann die Straßenbeleuchtung auch durchgehend mit voller Lichtintensität betrieben werden. Hinzu kommt, dass ausgefallene Lampen sofort digital den Defekt melden.
Pilotprojekte aus anderen Kommunen wie Heilbronn oder Ludwigsburg ergaben zudem als positiven Nebeneffekt eine Energieersparnis von bis zu 70 %. Eine vom Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg in Auftrag gegebene Studie in Heiningen ergab, dass gedimmte Laternen bis zu 50 % weniger Insekten anlocken und es damit zu einer geringeren Mortalität kommt.
Wir sehen in der adaptiven Straßenbeleuchtung den Standard der Zukunft.
Daher haben wir bei der Stadt einen Antrag eingebracht, dass wir bei neu zu errichtenden Straßenlaternen-Trassen wie zum Beispiel im Baugebiet Bruhweg II eine Machbarkeitsprüfung und gegebenenfalls den Einsatz dieser Technologie beantragen. Bei schon vorhandenen Straßenlaternen, welche erneuert und umgerüstet werden, wie zum Beispiel im Etterweg oder im Sommerrain, soll die Machbarkeit ebenfalls überprüft und die Umstellung umgesetzt werden, sofern der Aufwand verhältnismäßig bleibt.
Grüne Fraktion im Gemeinderat