Die Klimakrise stellt mit die größte Herausforderung dar, mit der wir uns alle beschäftigen müssen. Der Landkreis Ludwigsburg hat dazu schon im Jahr 2015 ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt, das die Stadt Gerlingen seit 2019 umsetzt. Jährlich werden dem Gemeinderat die geplanten und die in Teilen umgesetzten Projekte des Vorjahres sowie die Planungen für das aktuelle Jahr vorgestellt. Das für 2026 vorgesehene Klimaprogramm und die 2025 umgesetzten Maßnahmen finden Sie im Bürgerinfoportal unter: https://gerlingen-sitzungsdienst.komm.one/bi/si0057.asp?__ksinr=686
Hier die Stellungnahme unserer Fraktion zu dem in der letzten Sitzung des Gemeinderats vorgestellten Programm. In der Abstimmung haben wir uns enthalten.
„Vielen Dank für die Vorstellung des Klimaprogramms 2026. Es enthält einige sinnvolle Punkte, die wir unterstützen, wie zum Beispiel die Prüfung einer Sammelbestellung von Wärmepumpen, die Prüfung von städtischen Batteriespeichern oder die beiden Fahrradstraßen, bei denen wir hoffen, dass sie im kommenden Jahr realisiert werden. Ausdrücklich positiv hervorheben möchten wir, dass eine Sanierungsstrategie für die kommunalen Nichtwohngebäude erarbeitet wird. Das ist ein wichtiger Schritt, um systematisch Energie einzusparen und unsere Liegenschaften langfristig klimafit zu machen. Folgerichtig wäre es, dass im nächsten Schritt auch die kommunalen Wohngebäude betrachtet werden. Gerade dort liegen erhebliche Potenziale, die wir strukturiert erschließen sollten. Wir wissen auch, dass der Energiebericht im Gebäudemanagement intensiv erarbeitet wird. Für uns ist er eine zentrale Grundlage, weil wir ohne diese Daten weder Prioritäten setzen noch die Wirkung einzelner Maßnahmen einschätzen können. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Bericht zeitnah erhalten und künftig regelmäßig fortschreiben.
Vorbildlich: Senkrecht stehende Solarmodule auf dem Gründach der BreitwiesenschuleTrotz dieser positiven Entwicklungen bleibt für uns ein zentraler Punkt offen: Wir brauchen insgesamt eine deutlich datenbasiertere Herangehensweise im Klimaprogramm. Die Vorlage listet viele Maßnahmen auf, aber sie zeigt nicht ausreichend, welchen quantitativen Beitrag diese Maßnahmen zur Zielerreichung leisten. Hinzu kommt: Wir haben uns als Stadt bislang keine klaren Klimaziele gesetzt, also keine Aussagen dazu gemacht, was wir bis wann, um wie viel reduzieren wollen – weder beim Energieverbrauch noch bei den Emissionen. Ohne solche Zielgrößen können wir Fortschritte kaum messen und Maßnahmen nicht nach Wirksamkeit priorisieren. Für eine strategische Steuerung wäre es notwendig, dass wir:
- klare Indikatoren für Energieverbrauch, Einsparpotenziale und CO₂-Reduktion erhalten,
- Ziel-Ist-Vergleiche sehen
- und nachvollziehen können, welche Maßnahmen den größten Hebel haben.
Wir begrüßen viele der geplanten Maßnahmen, aber wir erwarten, dass zukünftige Klimaprogramme systematischer, messbarer und stärker auf belastbaren Daten aufgebaut werden. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Anstrengungen nicht nur sichtbar, sondern auch wirksam sind.“
Björn Maier