„So schreitet in dem engen Bretterhaus
Den ganzen Kreis der Schöpfung aus,
Und wandelt mit bedächt’ger Schnelle
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle“
Dieses vielen von Ihnen bekannte Zitat aus Goethes Faust ist mir eingefallen, als ich nach der letzten Sitzung des Finanz-, Verwaltungs- und Sozialausschusses (FVSA) des Nächtens heimgegangen bin. Vor wenigen Wochen habe ich hier noch über die ruhige erste Sitzungsrunde des Gemeinderats berichtet — damit ist es nun vorbei. Zwar tagen die beiden beschließenden Ausschüsse, Technischer Ausschuss (TA) und FVSA, nicht in einem engen Bretterhaus (dem Theater), sondern im Rathaussaal. Inhaltlich wurde in den beiden Sitzungen allerdings so ziemlich der gesamte Kreis der Schöpfung thematisiert, sprich sehr viel Unterschiedliches, mit dem sich die Verwaltung beschäftigt. Gefehlt haben eigentlich nur der Häckselplatz und der Friedhof. Und ja, in den Sitzungen wird stets mit „bedächt’ger Schnelle“ agiert. Bedächtig, damit uns keine Fehler unterlaufen, aber in Schnelle, damit die Tagesordnung in einer angemessenen Zeit abgearbeitet werden kann, was jedoch in der letzten TA-Sitzung nicht gelang.
Auch die Informationen, die uns vorgetragen wurden, gingen „vom Himmel durch die Welt zur Hölle“. Erschrecken Sie an dieser Stelle nicht: Der Begriff „Hölle“ ist für unsere Stadt natürlich vollkommen übertrieben. Es gibt in den meisten Sitzungen gute und weniger gute Nachrichten. Und wie Sie sich vorstellen können, werden die weniger guten meist im nichtöffentlichen Teil, im Falle des FVSA also am späten Abend, besprochen. Als Fraktion möchten wir an dieser Stelle lobend würdigen, dass unsere Verwaltung auch mit schwierigen Themen transparent und souverän umgeht.
Die neue PV-Anlage auf dem Breitwiesen-PavillionDa die meisten in den Ausschüssen beratenen Punkte noch in der Gemeinderatssitzung zu bestätigen sind, sollen die Themen heute nicht vorweggenommen werden. Nur eine Neuigkeit, die in die Rubrik „Himmel“ zählen dürfte, soll erwähnt werden. Auf einem Pavillon der Breitwiesenschule wurde eine neue PV-Anlage in Betrieb genommen. Hierbei handelt es sich um eine bifaziale Anlage, bei der die Solarmodule nicht waagrecht, sondern senkrecht stehen. Das bietet die Möglichkeit für eine gleichzeitige und fast vollständige Dachbegrünung. Die Module sind außerdem relativ klein und leicht, so dass keine aufwändige Befestigung oder Anforderungen an die Statik notwendig sind. Hinzu kommt, dass die Module anders als andere Großanlagen nicht nach Süden, sondern in Ost-West-Richtung aufgestellt sind. Das hat zur Folge, dass ihre Leistungsspitzen am Morgen und am Nachmittag liegen und sie somit die „normalen“ PV-Anlagen ergänzen, die um die Mittagszeit die höchste Strommenge erzeugen.
Wir freuen uns über die neue Anlage und bedanken uns bei der Verwaltung, besonders beim Amt für Gebäudemanagement, für die Umsetzung.
Gemeinsamer Wahlaufruf zur Landtagswahl von CDU, B90/Die Grünen, SPD und FDP, Plakat: Udo Hielscher