Am 17.03. folgte Muhterem Aras, die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, der Einladung, unseren Gerlinger Ortsverband zu besuchen. Nach einem herzlichen Empfang im Rathaus durch den Ersten Beigeordneten Stefan Altenberger trug sie sich mit folgenden Sätzen in das Goldene Buch der Stadt ein: „Demokratie ist das größte Geschenk unserer Zeit. Tun wir gemeinsam alles dafür, es zu bewahren.“
Und genau um dieses Thema ging es auch in der darauffolgenden Veranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern des Gemeinderats. Unter dem ihr genannten Rahmenthema „Demokratie unter Druck - Gerlingen nach der Bundestagswahl“ berichtete Mutherem Aras zum einen von ihren Erfahrungen der letzten Zeit, welche auch immer wieder durch offenen Rassismus selbst bei ihrer Arbeit im Landtag geprägt sind. Zum anderen fand sich Zeit, über Themen zu sprechen, die uns am Herzen liegen. So legte Aras zum Beispiel dar, wie sie sich eine gerechte Finanzierung von Kindergartengebühren vorstellt und warum sie gegen kostenlose Kitas ist.
Am tiefsten hat mich beeindruckt, was Muhterem Aras in Deutschland am allerwichtigsten findet: Dass wir hier in Freiheit leben. Wir sind frei, zu sagen, was wir möchten. Die Kleidung zu tragen, die wir möchten. Den Mensch zu lieben und vielleicht sogar zu heiraten, den wir möchten. Den Beruf zu erlernen, den wir möchten. Und eine Religion auszuüben, wie wir möchten, oder auch nicht möchten. Oft sehen wir vor lauter Problemen nicht, in was für einem privilegierten Staat wir leben. Diese Freiheit beruht auf unserem Grundgesetz. Dort finden sich die Regeln, die für das Zusammenleben in unserem Staat gelten. Und an diese Regeln habe sich jeder zu halten, legte Muhterem Aras eindrucksvoll dar. Sie rief uns alle auf, Verfassungsschützerinnen und Verfassungsschützer zu sein, jeden Tag darauf zu achten, unsere Freiheit zu bewahren und uns jeden Tag jeglicher Art von Rassismus und Ausgrenzung entgegenzustellen.
Ihr Rat an uns, um auch dem Rechtsruck in diesem Land zu begegnen, lautete, auf die Menschen zuzugehen und zuzuhören: „Gehen Sie dorthin, wo es wehtut!“ Nun gibt es für mich in Gerlingen keine Orte, in denen es mir als Gemeinderätin schwerfallen würde, hinzugehen. Aber dieser konkrete Ratschlag zeigt, dass die Politik des Zuhörens, die wir schon immer umsetzen, der richtige Weg ist.
Angela-Neuburger-Schäfer